Zusammenfassung und Ausblick

Wie bereits  aus den Beschreibungen  der einzelnen Muster deutlich wird, ist der Mensch "nicht ganz"; er verwirklicht allenfalls ein Neuntel seiner Möglichkeiten.

Jeder Mensch verwirklicht eine wundervolle, unersetzliche, liebenswerte Facette des  Menschseins, aber durch seine Fixierung auf diese Facette gerät er des Öfteren in Schwierigkeiten; es gibt Dinge, die ihm schwer fallen, die aber gleichzeitig anzeigen, was ihm fehlt, um "ganz" zu werden. Es geht darum - wie Helen Palmer es beschreibt - sich von seinen Identifikationen zu lösen ("disidentification"), bzw. seine Leidenschaft zu zähmen. Dazu gehört die Bereitschaft sich zu öffnen  - oder ganz einfach ausgedrückt - die Bereitschaft positiv zu denken.

"Positiv denken"  ist ein modernes Schlagwort; auf das Ennegramm bezogen bedeutet es, die Wirklichkeitsbereiche, die ich negativ bewerte und  ablehne, liebevoll anzuschauen, ihnen eine Chance zu geben.

 

Dann beginne ich damit -  zumindest ansatzweise -  aus der "Not eine Tugend"  zu machen.

 

Die Basisemotion Freude hatte ich bei der Beschreibung des Enneagramms   zunächst ausgeklammert; sie entsteht, wenn ich mich in Richtung Ganzheit bewege, "aus mir herausgehe", "über meinen Schatten springe". Freude kommt überraschend als Geschenk und kann auch stets eine Erinnerung daran sein, dass ich nicht ganz, sondern unterwegs bin.


Die Dynamik des Enneagramms

Das Enneagramm  ist ein dynamisches Modell, es rechnet in positiver Art und Weise mit den Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen.  Die graphische Figur des Enneagramms gibt  die Richtung an, in die ich mich "positiv" bewegen sollte. Diese tut mir gut, sie entspannt mich, wenn ich mich denn von meinem Ego lösen kann oder dazu bereit bin. 

Das Ennegramm zeigt jedoch auch an, welchem Muster ich mich annähere, wenn ich in Stress gerate und dieser sich scheinbar nicht bewältigen lässt.

Das Ennegramm ist eine Einladung, sich zum glücklich(er)en Menschen zu entwickeln und kann mir auf diesem Weg in dreifacher Hinsicht eine große Hilfe sein:

  • Es ist ein großer Schlüssel zur Selbsterkenntnis und kann große Dienst leisten, meine Mitmenschen besser zu verstehen.

  • Es zeigt mir den Weg zur Weiterentwicklung an, gehen muss ich diesen Weg jedoch selbst.

  • Es ist ein Weg zur Spiritualität des Alltags.